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Eine kurze Geschichte von Dulse in Brittanien

“Die Dulse-Sammler” – William Marshall Brown, 1863-1936

Der Blog British Food: A History hat auch über Dulse geschrieben. Einige der interessanten Erzählungen über Dulse geben wir nachfolgend auf Deutsch wieder.

Früher gehörte Dulse durchaus zur britischen Küche, heute ist sie in England in Vergessenheit geraten.

Keltische Krieger haben Dulse beim Marschieren gegessen und britische Segler aßen sie, um Skorbut vorzubeugen (anfangs wurde es eigentlich als Ersatz für Kautabak genommen!). Noch heute gehört Dulse in Schottland und Irland zum Speiseplan und wurde durch deren Auswanderer auch in den USA bekannt.

In Erinnerungen an Ferien in seiner Kindheit schrieb Charles Dickens 1858 über Aberdeen, eine Stadt im Nordosten Schottlands. Dort saßen ‘Dulse-Frauen’ in einer Reihe und verkauften ihre Ware. Oftmals gab er sein ganzes Einkommen der Woche für Dulse  aus und welche er gegenüber Äpfeln und anderen Früchten bevoruzugte. Dulse-Frauen beschreibt er als Sinnbild der Gesundheit.

British Food schreibt auch, dass Dulse oft mit kleinen, getrockneten Meerestierchen behaftet ist. Das stimmt, bei unserem Dulse ist das genauso. Ich knabbere die knusprigen Tierchen einfach mit und freue mich über die Ursprünglichkeit der Dulse.

British Food schmeckt Dulse am besten gekocht. Er hat zwei Rezepte auf seiner Seite für Dulse: Stampfkartoffel mit Dulse und Lamm-Eintopf mit Dulse.

Dulse aus irischer Wildernte können Sie bei uns kaufen.

Tipps für Dulse, Nori, Atlantischer Spirulina und den Vier-Farben-Mix

Der Vier-Farben-Mix – sehr künstlerisch im Geschmack

Dulse, Nori-Flakes, Flakes von Atlantischer Spirulina und der Vier-Farben-Mix werden gerne pur gegessen, direkt aus der Tüte. Sie sollten frisch schmecken, leicht saftig und zart sein.

Daher werden diese Sorten nicht so stark getrocknet wie anderes Meeresgemüse, die in Suppen Verwendung finden oder zuerst in Wasser eingelegt werden, wie beispielsweise die Meeresspaghetti.

Algen trocknen aber schnell aus. Dulse und das andere Knabber-Meeresgemüse sind am besten kurz nach der Ernte, aber das ist nur ein ganz kurzer Zeitraum.

Daheim kann man zum Glück sehr leicht das Meeresgemüse wieder auffrischen, sollte es zu trocken sein.

Und so geht es: Das Gemüse mit einem Pflanzenbesprüher befeuchten oder einfach etwas mit Wasser besprenkeln. Dann in einer Tüte durchschütteln, damit sich das Wasser gleichmäßig verteilen kann, und mindestens 20 Minuten stehen lassen. Nachdem das Wasser von den Algen aufgesaugt wurde, sind die Algen wieder frisch und zart.

Am Anfang fanden wir es schwer abzuschätzen, wie viel Wasser zum Auffrischen benötigt wird. Einfach probieren! 🙂 Wir haben zuerst zu wenig verwendet, aber zu wenig ist besser als zu viel. Man kann die Schritte wiederholen bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Rezept: Grüner Salat mit Dulse garniert

Grüner Salat mit Dulse

Dulse ist ein ganz besonderes Meeresgemüse mit einer tollen Farbe und einem einzigartigen Geschmack.

Hier haben wir einen einfachen grünen Salat mit Frühlingszwiebeln, Gurke, Olivenöl, Zitrone, Pfeffer und Dulse.

Auf dem Photo ist das Dulse nur oben garniert, aber später haben wir den Salat umgerührt. Das Dulse hat einen schönen salzigen und leicht nussigen Geschmack, der perfekt zum Salat passt. Ein paar Rosinen und Mandeln wären auch gut dazu gewesen…das nächste Mal!

Die Verwendung von Meeresgemüse – Eine Einführung

Hinweis: Meeresalgen können reich an Jod sein. “Können” weil (unsere) Algen ein Naturprodukt sind und die Nährwertzusammensetzung stark schwankt.

Weil Algen reich an Jod sind, wird empfohlen, täglich nur kleinere Mengen (5g-15g) zu verzehren. Den Jodgehalt von Algen kann man reduzieren, indem man sie in klarem Wasser einlegt und ausspült, gerne wiederholt.

Zwar wird in anderen Ländern, wie Japan, mehr Jod aufgenommen, aber dort sind die Menschen an die höhere Aufnahme habituiert, weil ihre Küche allgemein reich an Jod ist. In Deutschland herrscht dagegen Jodmangel, sodass der Körper sich erst an eine höhere Jodaufnahme gewöhnen muss.

Algen werden in der japanischen Küche häufig verwendet, z.B. als Umwicklung von Sushi. Aber auch in Europa gibt es eine lange Tradition der Verwendung von Algen in der Küche, z.B. in Frankreich oder in den nordischen Ländern. HALLSON gibt einen guten Überblick über die Verwendung von Algen in Island, von dem auch das Nachfolgende zur Verwendung von Dulse als Lebensmittel in Island stammt.

In der ältesten Gesetzessammlung Islands, datierend auf die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts, wurde geregelt, dass sol, d.h. Dulse, auch auf dem Land eines anderen geerntet und gegessen werden durfte – letzterer Punkt deutet darauf hin, dass Dulse auch frisch gegessen wurde.

Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurde Dulse über ganz Island gehandelt. Als Küstenprodukt war es ein wichtiges Handelsgut für Produkte aus dem Landesinneren wie Wolle und Fleisch.

Erntezeit von sol war in der Regel im späten August. Mancherorts wurden die Blätter mit klarem Wasser abgespült, wie Heu getrocknet und für Monate in Fässern oder in besonderen Hütten gelagert. Dulse wurde quasi als Gemüse verwendet, aber mit dem Vorteil, dass er sich gut lagern ließ. Seit jeher wird in Island sol als schmackhaftes, gesundes und nahrhaftes Lebensmittel angesehen und gilt als Hausmittel gegen kleinere Erkrankungen wie Übelkeit, Magenverstimmungen oder Seekrankheit.

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden an den zwei Haupternteplätzen rund 1 Tonne jährlich geerntet. Heute wird Dulse nur noch im kleinen Umfang gesammelt.

Atlantischer Kombu (Laminaria digitata)

Kombu wird in Japan zur Herstellung von Dashi verwendet und ist daher unersätzlich für eine gute Miso-Suppe. Mancherorts ist Kombu besser als Kelp bekannt, vielleicht auch wegen der berühmten Kelpwälder. Kombu ist eine gute Zutat für Suppen, eignet sich aber auch als Wrap oder getrocknet zum Knabbern als Snack.

Dulse (Palmaria palmata)

Dulse schmeckt salzig und leicht nussig. Dulse kann man nebenbei hervorragend knabbern, ist aber in der Küche vielseitig einsetzbar.

Eine ungewöhnliche aber wie wir finden leckere Mischung ist Obst und Lappentang. Man kann Dulse auch in der Pfanne zu knusprigen Chips anbraten. Dulse schmeckt sowohl in Salaten als auch zu Kartoffeln und Nudeln gut. Er eignet sich ebenfalls als Zutat beim Backen. In Suppen und ähnlichen Gerichten verstärkt er den Geschmack der anderen Zutaten.

In Irland wurde früher Dulse gerne zusammen mit Bier gereicht. In Island isst man Dulse mit getrocknetem Fisch und Butter oder gekocht in Milch und in Brot.

Tipp: Für den puren Dulse-Geschmack ohne Meeressalz einfach mit klarem Wasser abspülen und abtropfen.

Meeres-Spaghetti (Himanthalia elongata)

Für eine leckere Rohkost-Spaghetti (Rezept hier) zunächst abspülen, ein paar Stunden oder übernacht in klarem Wasser im Kühlschrank einweichen und dabei hin und wieder das Wasser auswechseln. Nach dem Abtropfen wie normale Spaghetti z.B. mit einer leckeren Pesto mischen. Wie bei einer normalen Pasta bestimmt die Soße maßgeblich den Geschmack.

Die Meerespaghetti an sich ist nach dem Einweichen sehr mild im Geschmack.

Die Spaghetti kann man auch in oder als Salat verwenden. Mit der Spaghetti in Salat wird dieser mit Spurenelementen angereichert und “bissfester”. Als Salat kann man die Spaghetti mit Olivenöl und Essig oder ganz wie man Lust hat garnieren.

Wakame (Alaria Esculenta)

Wakame ist kräftig im Geschmack und wird oft in Miso-Suppen verwendet. Es ergibt auch selbst eine leckere Suppe und eignet sich sogar als Ersatz für Fisch-Fond.