Wieso barfuß laufen?

Barfuß in Tribeca – (1)

Dafür gibt es (mindestens) drei gute Gründe:

1. Barfußlaufen macht unheimlich viel Spaß.

Als Kind war ich mit meinen Eltern mal im Schwarzwald wandern. Ich weiß noch, wie wir eine wunderschöne moosbedeckte Stelle entdeckten und ich mir meine Schuhe ausgezogen habe und barfuß auf dem Moos gelaufen bin. Ich lachte vor Freude. Das Moos war kuschelig-weich und fühlte sich toll an.

Läuft man barfuß, ist jeder Schritt ein Erlebnis! Deswegen laufen Kinder bestimmt auch so gerne barfuß.

(Apropos Spaß! Was allgemein unheimlich Lust auf das Laufen macht ist das Buch Born to Run.)

2. Barfußlaufen ist gesund.

Barfuß zu laufen ist gesünder als das Joggen in herkömmlichen Laufschuhen. Der Spiegel berichtete vor einiger Zeit über eine 2009 erschienene wissenschaftliche Studie und schrieb:

Moderne Joggingschuhe fühlen sich an, als laufe man auf Federn. Doch der Eindruck täuscht: Die Schuhe belasten Fuß-, Knie- und Hüftgelenke mehr als Barfußlaufen.

Mehr noch! Die Studie hat festgestellt, dass das Laufen in Joggingschuhen die Knie höher belastet, als das Gehen in Stöckelschuhen!

Für die besagte Studie hat man 68 Läufer (37 davon Frauen) gewählt, die allesamt keine Vorgeschichte von Muskel-Skelett-Verletzungen hatten und mindestens 24 km die Woche in herkömmlichen Laufschuhen gelaufen sind.

Die Läufer ließ man sowohl barfuß als auch mit Laufschuhen laufen und analysierte dabei deren Belastungen. Im Schnitt erhöhte sich beim Laufen mit Joggingschuhen im Vergleich zum Barfußlaufen die Innenrotationsbelastung der Hüfte um 54 %, die Belastung bei der Kniebeugung um 36 % und bei der Innenbeugung um 38 %. Auch die Belastung des Knöchels war höher beim beschuhten Laufen als beim Barfußlaufen.

Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Die dicke und vergleichsweise steife Sohle bei Laufschuhen verhindert

  • ein natürliches Aufkommen (sprich eher vorne und nicht hinten auf der Ferse) und Abrollen des Fußes.
  • dass der Körper überhaupt eine detaillierte Rückkopplung von unseren Füßen bekommt, um sich dem Untergrund anzupassen.

3. Barfußlaufen ist sicher(er).

Die beiden eben genannten Aspekte sind auch der Grund, weswegen das Barfußlaufen sicherer als das Laufen in Joggingschuhen ist. Unser Gehirn ist unsere Steuerungszentrale. Aber nur mit entsprechender Rückmeldung kann es überhaupt sinnvoll steuernd einwirken.

Jeder wird schon mal unglücklich auf einen Stein getreten sein. Bevor man überhaupt bewusst bemerkt, was passiert ist, hat man sich normalerweise gefangen. Das Gehirn hat von den Füßen Feedback bekommen und schnell auf die veränderten Umstände reagiert.

Umso genauer die Informationen sind, die unser Gehirn bekommt, desto besser kann es unsere Bewegungsabläufe anpassen. Mit Schuhen sind unsere Füße aber genauso klotzig wie unsere Hände mit Handschuhen im Winter.

Die Füße eines Barfußläufers – (2)

Nachteile des Barfußlaufens?

Wir sind Realisten. Wir wissen, dass das Barfußlaufen nicht nur Blümchen und Glückseligkeit umfasst. Auf Straßen liegt genügend Zeugs, das man seinen Füßen nicht antun möchte. Man kann auch nicht barfuß ins Büro gehen (meistens) und viele Geschäfte verlangen Schuhwerk von ihren Kunden.

Es gibt aber sogenannte Barfußschuhe, die einem das Barfußsein dank einer dünnen und flexiblen Sohle und einer Leichtbauweise möglichst nah bringen. Am bekanntesten sind die Zehenschuhe Vibram Fivefingers, die allerdings nicht unbedingt bürotauglich sind (ich finde sie recht ansprechend). Bei den normal aussehenden Schuhen sind die Modelle von Vivobarefoot führend, die wir mittlerweile auch ins Programm aufgenommen haben.

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(1) Bild von Alyssa L. Miller.
(2) Bild von chumley80.

Erwan von MovNat macht es vor:

Eure Waldmännchen

3 Gedanken zu „Wieso barfuß laufen?

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