Der Anbau von Chia – auf dem Feld und in der Küche

Chia-Sprossen sind leicht zu ziehen und erinnern geschmacklich an Kresse

Als wir 2010 mit Chia anfingen, gab es kaum Anbieter von Chia auf dem Markt. Zwischenzeitlich haben viele Webshops Chia im Sortiment. Auch verkaufen die meisten Reformhäuser und Bio-Läden mittlerweile Chia.

Der Verbraucher fragt sich vielleicht, ob es Unterschiede zwischen Chia-Samen gibt. Soll er nur nach dem Preis schauen oder spielen andere Faktoren auch eine Rolle? Den Unterschied zwischen bio und konventionelles Chia haben wir schon kurz erläutert. Wir haben auch schon den Unterschied zwischen weißem und schwarzem Chia erklärt.

Heute wollen wir uns dem Anbau von Chia widmen.

Chia ist eine recht widerstandsfähige und kräftige Pflanze, die in ihrer Heimat in Mexiko ohne Pflanzenschutzmittel perfekt auskommt. Mancher würde Chia gar als Unkraut bezeichnen. Ob es überhaupt Unkraut gibt, ist eine ganz andere Frage. Wir ziehen den englischen Begriff “volunteer plants” vor, d.h. Pflanzen, die sich freiwillig zum Dienst gemeldet haben und ohne Nachfrage im Garten sprießen.

Wegen der wahnsinnig wachsenden Nachfrage wird Chia mittlerweile in immer mehr Ländern angebaut. Mexiko, Argentinien, Bolivien und Australien sind die größten Produzenten. Auch aus Paraguay kommt mittlerweile viel Chia.

Mexikanische Bauern haben dennoch mit die meiste Erfahrung mit Chia. Der traditionelle Anbau von Chia bewahrt die Bodenfruchtbarkeit durch Fruchtfolge und andere ökologisch wertvolle Maßnahmen. Chemische Pflanzenschutzmittel werden nicht eingesetzt. Diese sind der Ernte sogar nachträglich, denn die Ernte ist umso besser, desto mehr Insekten die Blüten bestäuben können. Hinsichtlich Unkraut setzen Bauern traditionell auf eine mechanische Feldpflege. Fungizide werden ebenfalls nicht eingesetzt.

Nach der Ernte werden die Samen auf vibrierende Förderbänder sortiert und gereinigt. Leichtere Samen mit einem niedrigeren Ölgehalt fallen seitlich runter, die schwereren Samen bleiben liegen. Große Ventilatoren blasen Blätter und andere Pflanzenreste weg.

Leider ist der Anbau gänzlich ohne Pflanzenschutzmittel nicht selbstverständlich. Viele Bauern, insbesondere in Ländern, die traditionell keine Erfahrung mit Chia haben, greifen auf das horrende Roundup von Monsanto zurück. Roundup ist ein Breitbandherbizid, das bei Chia in der Regel vor der Aussaat eingesetzt wird. Das Feld soll damit von Unkraut befreit werden. Aber nach unseren Erkenntnissen spritzen die wenigsten Bauern nach der Blüte – immerhin etwas.

Mit Stand März 2015 beziehen wir unser Chia vornehmlich aus Mexiko, wo es von Kleinbauern ohne Pflanzenschutzmittel angebaut wird. Alternativ bemühen wir uns um Bio-Chia oder konventionelles Chia, das ebenfalls ohne Pflanzenschutzmittel angebaut wird.

Chia kann man auch sehr gut daheim als Sprossen ziehen. Der Geschmack ist leicht würzig und erinnert uns an Kresse – und kann auch genauso “angebaut” werden.

Chia-Sprossen auf feuchtes Küchenpapier in einer Tupperdose gezogen
Eure Waldmännchen

11 Gedanken zu „Der Anbau von Chia – auf dem Feld und in der Küche

  1. Ich tippe einfach mal 10 Gramm pro Pflanze!

    Wie “ernte” ich denn die Sprossen, nehme ich da wie bei Kresse nur die Blätter, oder kann ich den ganzen Keimling essen?

    1. Hurra, der erste Tipp! 🙂

      Zur Ernte der Sprossen: Wie bei Kresse nur die Blätter.

      Es folgt vermutlich ein eigener Beitrag dazu, aber vorab ein Tipp zur Aufzucht: Die Samen wollen beim Keimen leicht feucht bleiben, daher haben wir am Anfang die Tupperdose geschlossen gehalten und nur ab und zu “gelüftet”. Zu feucht ist auch nicht gut, weil die Samen dann schimmeln können.

  2. Wow, so viele Infos über den Anbau von Chia, woher wisst Ihr das alles?
    Ich hab schon stundenlang recherchiert und habe nur wenige Anbauinformationen für die Landwirtschaft zusammentragen können, trotz durchlesen x Dokumente deutsch sowie englisch

    Wollt Ihr mir verraten woher Ihr solch zuverlässige Infos bezüglich Chia gefunden habt?

    Herzlichen Dank 😀

  3. Hallo,

    Ich hätte eine Frage zu der Chia-Pflanze. Kann man die Blätter so wie bei Amaranth essen und wenn ja wie hochwertig sind diese? Leider habe ich keine direkte Antwort dazu gefunden?

    Danke

    LG
    Stefan

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