Chiasamen: Eine Einführung

Chia (Salvia hispanica) ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1 Meter erreicht und ursprünglich aus Mexiko und Guatemala stammt. In Mesoamerika, ein archäologisches Kulturgebiet in Mittelamerika in dem zahlreiche präkolumbianische Staaten vor der spanischen Kolonisierung gediehen, waren Chiasamen bzw. Chiasaat ein wichtiges Grund- und medizinisches Nahrungsmittel.

Auch heute werden Chiasamen in Mexiko und Guatemala von der Bevölkerung als nährstoffreiches Lebensmittel verwendet. In Europa und den USA war die Chiapflanze zunächst nur als Zimmerdekoration bekannt: Die sogenannten Chia Pets waren praktisch in jedem Büro und jedem Haushalt zu finden. Heute sind sie nicht mehr ganz so beliebt, aber beliebt sind sie weiterhin. Neben den Klassikern wie dem Frosch oder dem Nilpferd gibt es auch immer wieder neue Modelle, wie zum Beispiel den Chia-Obama mit Afro!

Irgendwann hat sich in den USA herumgesprochen, dass Chiasamen auch äußerst nahrhaft sind. Ihren vielleicht größten Bekanntheitsschub als Nahrungsmittel haben Chiasamen vermutlich dem Buch Born to Run von Christopher McDougall zu verdanken.

Wie Amazon.de schreibt:

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Seine Passion: das Laufen, sein Beruf: das Schreiben. Christopher McDougall suchte eine Antwort auf eine vermeintlich einfache Frage: Warum tut mir mein Fuß weh? Wie er sind Millionen von Hobbyläufern mindestens einmal im Jahr ernsthaft verletzt. Nach unzähligen Zyklen des Dauerschmerzes, der Kortisonspritzen und immer neuer Hightech-Sportschuhen stand McDougall kurz davor, zu kapitulieren und die Diagnose der Mediziner ein für alle Mal hinzunehmen: „Sie sind einfach nicht zum Laufen gemacht.“ Stattdessen hat sich der Journalist weit abseits der kostspieligen Empfehlungen von Ärzten und Ausrüstern auf eine abenteuerliche Reise zu den geheimnisvollsten und besten Läufern der Welt begeben.

Eine Reise, die McDougall in die von Mythen erfüllten Schluchten der Copper Canyons in Mexiko führen sollte, wo ein Volk lebt, das sich seit Jahrhunderten unter extremen Bedingungen seine Lebensweise bewahrt hat. Die Tarahumara verkörpern den menschlichen Bewegungsdrang in seiner reinsten und faszinierendsten Form. Laufen über lange Strecken ist für sie so selbstverständlich wie atmen. Was wussten sie, was McDougall nicht wusste? In seiner Reportage geht er den vergessenen Geheimnissen der Tarahumara nach. Er verbindet lebendiges Infotainment über neueste evolutionsbiologische und ethnologische Erkenntnisse mit zahlreichen, inspirierenden Porträts von Menschen, die sich – egal, ob sie zum Spaß das Death Valley durchqueren oder einen Ultramarathon in den Rocky Mountains absolvieren – eines bewahrt haben: die Freude daran, laufen zu können wie ein Kind. Einfach immer weiter. Denn in Wahrheit, so McDougalls Fazit, sind wir alle zum Laufen geboren.

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Die Tarahumara sind die eigentlichen Helden des Buches und eine ihrer “Geheimwaffen” sind Chiasamen, die sie entweder geröstet als Piñole essen oder als chia fresca trinken. Das Buch ist super spannend und beim Lesen möchte man einfach raus und laufen … und natürlich wollen die meisten auch Chia probieren. Weil das Buch ein Bestseller ist, vermute ich, dass sehr, sehr viele Leute erst auf literarischem Wege auf Chia aufmerksam geworden sind.

Chia genießt unter den zahlreichen Samen, die der Mensch isst, eine Sonderstellung. Im Gegensatz zu den meisten Samen ist Chia nicht nur reich an Omega-3-Fettsäuren, die Samen weisen auch ein hervorragendes Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren auf.

Während Jäger und Sammler aufgrund ihrer ursprünglichen Ernährung ein Verhältnis von 1:1 bis 1:3 aufwiesen, haben wir heute ein Verhältnis von 1:15 bis 1:30! Der Grund für dieses Missverhältnis liegt vornehmlich an dem übermäßigen Verzehr von Getreideprodukten (bei Weizen beträgt das Verhältnis beispielsweise 1:15) und von Samenölen wie Maiskeimöl (1:50) oder Sonnenblumenöl (1:120). Ein weiterer Grund ist in der artfremden Verfütterung von Getreide an Nutztiere zu sehen. Rinder, zum Beispiel, sind von Natur aus Grasfresser und nicht Körnerfresser. Das Verfüttern von Getreide anstatt das Weiden von Rindern führt zu einer veränderten Fettzusammensetzung im Fleisch. Isst der Mensch solches Fleisch, wirkt sich das natürlich auch auf ihn aus.

Diese krasse Veränderung des Omega-3 zu Omega-6-Verhältnisses wird für eine Vielzahl von sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen, Depressionen und Arthritis mitverantwortlich gemacht.

Weil Chia ein Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis von 4:1 (!) hat, sind Chiasamen hervorragend geeignet, ein gestörtes Verhältnis bei Mensch und Tier wieder auszubalancieren.

Detaillierte Informationen zum Nährwert von Chiasamen

Nährwertinformationen pro 100 g Chia pro 20 g Chia (ca. 2 Esslöffel)
Brennwert 524 kcal (2194 KJ) 105 kcal (439 KJ)
Gesamtfettgehalt 31,4 g 6 g
– gesättigte Fettsäuren 3,1 g 0,5 g
– Transfettsäuren 0 g 0 g
– Omega-6-Fettsäuren 5,9 g 1 g
– Omega-3-Fettsäuren 20,36 g 4 g
– einfach ungesättigte Fettsäuren 2,1 g 0,4 g
Cholesterin 0 g 0 g
Kohlenhydrate 37,5 g 7,5 g
– Ballaststoffe (gesamt) 33,7 g 7 g
– lösliche Ballaststoffe 4 g 0,8 g
– unlösliche Ballaststoffe 29,7 g 6 g
Eiweiß 21,2 g 4 g
Vitamine
pro 100 g Chia
Vitamin A 3,0 μg
Vitamin B1 0,89 mg
Vitamin B2 (Riboflavin) 0,2 mg
Vitamin B3 (Niacin) 11,2 mg
Vitamin B6 0,1 mg
Vitamin B8 (Biotin) 12500 mg
Vitamin E 29,1 mg
Mineralstoffe
pro 100 g Chia
Bor 0,03 mg
Calcium 500 mg
Eisen 6,5 mg
Kalium 600 mg
Kupfer 1,5 mg
Magnesium 290 mg
Natrium < 0,3 mg
Phosphor 535 mg
Selenium < 0,2 mg
Zink 5 mg
Aminosäurenverteilung in % auf den Gesamtgehalt:
Asparaginsäure 9,19 Isoleucin 4,17
Threonin 3,63 Leucin 6,89
Serin 5,24 Tyrosin 3,41
Glutaminsäure 17,94 Phenylalanin 4,83
Glycin 5,18 Lysin 4,71
Alanin 5,05 Histidin 2,81
Valin 5,31 Arginin 11,53
Cystin 2,02 Prolin 4,04
Methionin 2,75 Tryptophan 1,30

Rohprotein: 21,2 %; Rohfett: 31,4 %; Rohfaser: 29,7 %

Quellen

Eure Waldmännchen

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