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Tipps für Dulse, Nori, Atlantischer Spirulina und den Vier-Farben-Mix

Dulse, Nori-Flakes, Flakes von Atlantischer Spirulina und der Vier-Farben-Mix werden gerne pur gegessen, direkt aus der Tüte. Sie sollten frisch schmecken, leicht saftig und zart sein.

Daher werden diese Sorten nicht so stark getrocknet wie anderes Meeresgemüse, die in Suppen Verwendung finden oder zuerst in Wasser eingelegt werden, wie beispielsweise die Meeresspaghetti.

Algen trocknen aber schnell aus. Dulse und das andere Knabber-Meeresgemüse sind am besten kurz nach der Ernte, aber das ist nur ein ganz kurzer Zeitraum.

Daheim kann man zum Glück sehr leicht das Meeresgemüse wieder auffrischen, sollte es zu trocken sein.

Und so geht es: Das Gemüse mit einem Pflanzenbesprüher befeuchten oder einfach etwas mit Wasser besprenkeln. Dann in einer Tüte durchschütteln, damit sich das Wasser gleichmäßig verteilen kann, und mindestens 20 Minuten stehen lassen. Nachdem das Wasser von den Algen aufgesaugt wurde, sind die Algen wieder frisch und zart.

Am Anfang fanden wir es schwer abzuschätzen, wie viel Wasser zum Auffrischen benötigt wird. Einfach probieren! 🙂 Wir haben zuerst zu wenig verwendet, aber zu wenig ist besser als zu viel. Man kann die Schritte wiederholen bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Rezept: Grüner Salat mit Dulse garniert

Grüner Salat mit Dulse

Dulse ist ein ganz besonderes Meeresgemüse mit einer tollen Farbe und einem einzigartigen Geschmack.

Hier haben wir einen einfachen grünen Salat mit Frühlingszwiebeln, Gurke, Olivenöl, Zitrone, Pfeffer und Dulse.

Auf dem Photo ist das Dulse nur oben garniert, aber später haben wir den Salat umgerührt. Das Dulse hat einen schönen salzigen und leicht nussigen Geschmack, der perfekt zum Salat passt. Ein paar Rosinen und Mandeln wären auch gut dazu gewesen…das nächste Mal!

Rezept: Rohe Meerespaghetti aglio e olio

Wir haben ein erfrischendes aglio e olio Rezept mit Meeresspaghetti probiert. Meerestagliatelle wäre ein passenderer Name, aber Meerespaghetti trifft es von der Textur und vom Geschmack auch ganz gut.

So sieht die getrocknete Meeresspaghetti aus. Sie ist fest und trocken und riecht nach Meer. Kelp-Nudeln sind nicht unverarbeitet, aber die Meeresspaghetti sieht schon von Natur aus wie eine Nudel.

Meerespaghetti unaufgeweicht

Nach 24h im Kühlschrank in Wasser eingeweicht sieht die Meeresspagetti wie eine grüne Tagliatelle aus. Man muss nicht so lange einweichen. Viele Anleitungen sprechen von einer Einweichzeit von nur 1 Stunde.

Nach 24 Stunden im Wasser

Wir haben das Wasser zwischendurch 1 Mal ausgewechselt. Kurz vor dem Abendessen haben wir die Spaghetti abgetropft, mit Olivenöl, Zitrone, Tomaten, Knoblauch und etwas Meersalz und Pfeffer abgeschmeckt.

Mit Tomaten und Olivenöl schmeckt die Meeresspaghetti hervorragend

Die Textur ist al dente, der Geschmack sehr neutral. Ein überraschend guter Ersatz für Hartweizen-Spaghetti. Dank des neutralen Geschmacks ist die Spaghetti vielseitig verwendbar. Man kann sie auch dünsten.

Wer nicht schon regelmäßig größere Mengen Algen isst, sollte vorsorglich zunächst nur eine kleinere Portion essen, damit sich der Körper und die Verdauung daran gewöhnen können. Der Körper an das Jod, die Verdauung daran, dass es ein neues Lebensmittel ist. Schon gewusst, dass Japaner besonders gut in der Verdauung von Algen sind?

Die Verwendung von Meeresgemüse – Eine Einführung

Hinweis: Meeresalgen können reich an Jod sein. „Können“ weil (unsere) Algen ein Naturprodukt sind und die Nährwertzusammensetzung stark schwankt.

Weil Algen reich an Jod sind, wird empfohlen, täglich nur kleinere Mengen (5g-15g) zu verzehren. Den Jodgehalt von Algen kann man reduzieren, indem man sie in klarem Wasser einlegt und ausspült, gerne wiederholt.

Zwar wird in anderen Ländern, wie Japan, mehr Jod aufgenommen, aber dort sind die Menschen an die höhere Aufnahme habituiert, weil ihre Küche allgemein reich an Jod ist. In Deutschland herrscht dagegen Jodmangel, sodass der Körper sich erst an eine höhere Jodaufnahme gewöhnen muss.

Algen werden in der japanischen Küche häufig verwendet, z.B. als Umwicklung von Sushi. Aber auch in Europa gibt es eine lange Tradition der Verwendung von Algen in der Küche, z.B. in Frankreich oder in den nordischen Ländern. HALLSON gibt einen guten Überblick über die Verwendung von Algen in Island, von dem auch das Nachfolgende zur Verwendung von Dulse als Lebensmittel in Island stammt.

In der ältesten Gesetzessammlung Islands, datierend auf die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts, wurde geregelt, dass sol, d.h. Dulse, auch auf dem Land eines anderen geerntet und gegessen werden durfte – letzterer Punkt deutet darauf hin, dass Dulse auch frisch gegessen wurde.

Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurde Dulse über ganz Island gehandelt. Als Küstenprodukt war es ein wichtiges Handelsgut für Produkte aus dem Landesinneren wie Wolle und Fleisch.

Erntezeit von sol war in der Regel im späten August. Mancherorts wurden die Blätter mit klarem Wasser abgespült, wie Heu getrocknet und für Monate in Fässern oder in besonderen Hütten gelagert. Dulse wurde quasi als Gemüse verwendet, aber mit dem Vorteil, dass er sich gut lagern ließ. Seit jeher wird in Island sol als schmackhaftes, gesundes und nahrhaftes Lebensmittel angesehen und gilt als Hausmittel gegen kleinere Erkrankungen wie Übelkeit, Magenverstimmungen oder Seekrankheit.

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden an den zwei Haupternteplätzen rund 1 Tonne jährlich geerntet. Heute wird Dulse nur noch im kleinen Umfang gesammelt.

Atlantischer Kombu (Laminaria digitata)

Kombu wird in Japan zur Herstellung von Dashi verwendet und ist daher unersätzlich für eine gute Miso-Suppe. Mancherorts ist Kombu besser als Kelp bekannt, vielleicht auch wegen der berühmten Kelpwälder. Kombu ist eine gute Zutat für Suppen, eignet sich aber auch als Wrap oder getrocknet zum Knabbern als Snack.

Dulse (Palmaria palmata)

Dulse schmeckt salzig und leicht nussig. Dulse kann man nebenbei hervorragend knabbern, ist aber in der Küche vielseitig einsetzbar.

Eine ungewöhnliche aber wie wir finden leckere Mischung ist Obst und Lappentang. Man kann Dulse auch in der Pfanne zu knusprigen Chips anbraten. Dulse schmeckt sowohl in Salaten als auch zu Kartoffeln und Nudeln gut. Er eignet sich ebenfalls als Zutat beim Backen. In Suppen und ähnlichen Gerichten verstärkt er den Geschmack der anderen Zutaten.

In Irland wurde früher Dulse gerne zusammen mit Bier gereicht. In Island isst man Dulse mit getrocknetem Fisch und Butter oder gekocht in Milch und in Brot.

Tipp: Für den puren Dulse-Geschmack ohne Meeressalz einfach mit klarem Wasser abspülen und abtropfen.

Meeres-Spaghetti (Himanthalia elongata)

Für eine leckere Rohkost-Spaghetti (Rezept hier) zunächst abspülen, ein paar Stunden oder übernacht in klarem Wasser im Kühlschrank einweichen und dabei hin und wieder das Wasser auswechseln. Nach dem Abtropfen wie normale Spaghetti z.B. mit einer leckeren Pesto mischen. Wie bei einer normalen Pasta bestimmt die Soße maßgeblich den Geschmack.

Die Meerespaghetti an sich ist nach dem Einweichen sehr mild im Geschmack.

Die Spaghetti kann man auch in oder als Salat verwenden. Mit der Spaghetti in Salat wird dieser mit Spurenelementen angereichert und „bissfester“. Als Salat kann man die Spaghetti mit Olivenöl und Essig oder ganz wie man Lust hat garnieren.

Wakame (Alaria Esculenta)

Wakame ist kräftig im Geschmack und wird oft in Miso-Suppen verwendet. Es ergibt auch selbst eine leckere Suppe und eignet sich sogar als Ersatz für Fisch-Fond.