Eine Stellungnahme zum fermentierten Lebertran (FCLO – Fermented Cod Liver Oil) von Sally Fallon Morell

Der nachfolgende Text ist eine von der WAPF genehmigte Übersetzung. Den ursprünglichen Text auf Englisch (und interessante Kommentare von Leser, sowohl unterstützend als auch kritisch) finden Sie hier: http://www.westonaprice.org/uncategorized/questions-and-answers-about-fermented-cod-liver-oil-fclo/ Wir haben den Text übersetzt und veröffentlicht, weil wir selber Green Pasture Produkte anbieten und von Kunden Fragen zum Thema bekommen. Die Übersetzung bedeutet nicht, dass wir mit allem 100% übereinstimmen. Die Übersetzung ist wertfrei.

***

Die nachfolgenden Fragen und Antworten stammen aus einer Stellungnahme zu einem Bericht von Kaayla Daniel, PhD, CNN, über Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Qualität von FCLO: http://drkaayladaniel.com/hook-line-and-stinker-opt-in. Die Stellungnahme ist von Sally Fallon Morell, Präsidentin der Weston A. Price Stiftung (WAPF – Weston A. Price Stiftung). Dr. Daniel war zur Zeit der Veröffentlichung ihres Berichtes noch Mitglied des Aufsichtsrats der WAPF. Sie wurde kurz nach Veröffentlichung des Berichtes vom Aufsichtsrat ausgeschlossen. Der Bericht von Dr. Daniel lag dem Aufsichtsrat vor der Veröffentlichung nicht vor. Dr. Daniel hat die in dem Bericht geäußerten Bedenken schon 2014 dem Aufsichtsrat mitgeteilt. Der Rat hat daraufhin die Bedenken untersucht und, bis auf Dr. Daniel, für unbegründet gehalten: http://www.westonaprice.org/uncategorized/concerns-about-fermented-cod-liver-oil/.

Wie verwenden Sie die Produkte von Green Pasture?

Meine ersten Erfahrungen mit dem Green Pasture Butteröl habe ich gemacht, als es 2003 neu auf den Markt kam. Zu der Zeit hatte ich die Sorge, an Arthritis zu erkranken – Arthritis kommt häufiger vor in meiner Familie und morgens beim Aufwachen schmerzten meine Hände. Sie waren auch sehr steif. Nachdem ich das Butteröl eine Woche lange eingenommen hatte, waren meine Beschwerden gänzlich verschwunden. Natürlich war ich begeistert und ich habe das Produkt mit Freude unseren Mitgliedern empfohlen. Bald darauf brachte Green Pasture einen Lebertran aus Norwegen auf den Markt, den ich dann auch nahm. Ich fühlte mich gut, aber der Tran half nicht bei den Problemen mit meiner Nachtblindheit. Ich hatte schon Angst, dass ich nachts bald nicht mehr Autofahren könnte. Als Green Pasture dann den fermentierten Lebertran einführte, wechselte ich das Produkt. Meine Nachtsichtprobleme haben sich fast völlig gelegt. Auch habe ich bemerkt, dass sich meine Augen viel besser an helles Licht anpassen konnten. Das sind beides wichtige Indikatoren der Versorgung mit Vitamin A – für mich wirkt das Vitamin A im fermentierten Lebertran daher besser als das Vitamin A in andere Lebertranen.

Beide Produkte nehme ich ohne Ausnahme täglich (in warmem Wasser verrührt). Mein Mann nimmt den fermentierten Rochenlebertran, meine Tochter und Schwiegertochter haben den fermentierten Lebertran während ihrer Schwangerschaft genommen, und meine Enkelsöhne nehmen es tagtäglich. Der Beweis ist die wunderbare Gesundheit der drei Jungs.

Zudem verwenden wir Lebertranschlecksteine für unsere Kühe auf dem Bauernhof. Sie lieben es! Die Kühe sind sehr gesund und haben eine gute reproduktive Gesundheit.

Erzielen Sie persönlich oder die WAPF durch die Empfehlung oder den Verkauf der Green Pasture Produkte irgendwelche Einnahmen von Green Pasture?

In 2014 zahlte Green Pasture USD 20.000 an die WAPF für das Recht, auf unseren Konferenzen auszustellen. Hinzu kamen für eine Werbeanzeige USD 360 und USD 250 für die Mitgliedschaft in der WAPF. Insgesamt zahlte Green Pasture USD 20.610, was ca. 1,1% unseres Jahresbudgets ausmacht.

Diese Einnahmen erzielen wir unabhängig von unserer Empfehlung für die Produkte von Green Pasture. Die WAPF ist darauf auch nicht angewiesen. Die Produkte wurden von uns schon empfohlen, bevor Green Pasture auf unseren Konferenzen ausstellte. Eines unserer Prizipien ist es, nur solche Unternehmen ausstellen zu lassen, von deren Produkten wir überzeugt sind. (Weiterhin dürfen ausstellende Unternehmen die Produkte anderer zugelassener Aussteller nicht kritisieren. Sollten Aussteller Bedenken haben, sollen sie sich zunächst an uns wenden. Wir gehen den Bedenken dann nach. Unternehmen sollen ihre Produkte verkaufen, indem sie ihre eigenen Vorzüge bewerben. Aussteller, die ihre Produkte dadurch bewerben, dass sie die Produkte anderer Wettbewerber schlecht reden, werden von uns ausgeladen und bei zukünftigen Ausstellungen nicht mehr berücksichtigt.)

Ich selbst erhalte keine Vergütung von Green Pasture. Mein Mann und ich verkaufen deren Produkte, insbesondere FCLO, in unserem Bauernlädchen (pabowenfarmstead.com), zusammen mit anderen gesunden Produkten, von denen wir überzeugt sind. Der Bruttogewinn durch den Verkauf der Green Pasture Produkte liegt vermutlich unter USD 1000 im Jahr. Alle Green Pasture Produkte, für meine eigene, private Verwendung und für den Verkauf in unserem Bauernlädchen, kaufen wir direkt bei Green Pasture ein. Den einzigen Nachlass erhalte ich durch den Einkauf im Großgebinde.

Wieso empfehlen Sie etwas, das in dem Bericht von Dr. Daniel als „stinkig“ bezeichnet wird?

Von allen Vorwürfen gegen fermentierten Lebertran ist dieser am schwersten nachzuvollziehen. Wer mal an einer Flasche fermentierten Lebertran geschnuppert hat, wird die Erfahrung gemacht haben, dass er nicht stinkt. Ich lagere meinen fermentierten Lebertran bei Zimmertemperatur. Selbst gegen Ende der Flasche, nachdem sie mehrere Wochen offen war, riecht es nur leicht fischig. Dieser Geruch kommt von der geringen Menge an Fischeiweiß, das im Öl enthalten ist, aber nicht vom Öl selbst. Jeglicher Lebertran riecht so. Ranziges Öl dagegen hat einen lackähnlichen Geruch.

Wieso haben Sie den fermentierten Lebertran letztes Jahr nach England geschickt, um ihn testen zu lassen?

Als Dr. Daniel mir das erste Mal ihre Bedenken mitteilte, kontaktierte ich sofort Nina Teicholtz, Autorin von The Big Fat Surprise. Dieses Buch beinhaltet ein Kapitel zum Thema ‚ranzige Pflanzenöle‘ (das Kapitel haben wir in unserer Zeitschrift Wise Traditions hier wiedergegeben: http://www.westonaprice.org/health-topics/the-big-fat-surprise-toxic-heated-oils/.) Weil Frau Teicholtz erst so kürzlich über das Thema geschrieben hatte, dachte ich, dass sie am besten wissen würde, wer in diesem Bereich der führende Forscher ist. Sie empfahl Dr. Martin Grootveld, BSc, PhD, FIBMS, CBiol, FSB, FRSC, Leicester School of Pharmacy, Faculty of Health and Life Sciences, De Montfort University, Leicester, UK. Seine Qualifikationen sind sehr beeindruckend. Unter anderem ist er Fellow of the Royal Statistical Society, Professor of Bioanalytical Chemistry and Chemical Pathology, Chair of the Faculty of Health and Life Sciences Research Ethics Committee, Head of Medicinal Chemistry Group, Director of Bioanalysis, Pharmaceuticals and Health Doctoral Training Programme (DTP), sowie Mitglied der Redaktionen von Bio Analytical Techniques und dem International Journal of Medical and Clinical Research.

Wegen der Dringlichkeit der Angelegenheit schickte ich umgehend eine ungeöffnete Flasche vom fermentierten Lebertran, die ich noch zu Hause hatte, als Express-Sendung an Dr. Grootveld. Die Ergebnisse seiner Untersuchung haben wir hier veröffentlicht: http://www.westonaprice.org/wp-content/uploads/13GrootveldReport.pdf. Dr. Grootveld fand keine Anzeichen von Ranzigkeit im fermentierten Lebertran.

Eine Erfahrung, die ich während unserer Gespräche damals machen konnte, ist, dass auch unter den Wissenschaftlern keine Einigkeit besteht, wie Ranzigkeit getestet werden soll. Die Industrie testet auf Peroxide wie PV, PA und TBARS. Dr. Grootveld und andere sind aber der Meinung, dass über diese Stoffe keine Aussage über eine etwaige Ranzigkeit getroffen werden kann. Denn Peroxidwerte steigen zunächst und fallen dann wieder, sodass man mehrere Tage lang testen müsste, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten. Stattdessen testen sie auf Aldehyde. Wir haben also offensichtlich noch viel in diesem Bereich zu lernen. Dr. Daniel wollte, dass die WAPF in verschiedene Analysen investiert. Der Rat war aber der Ansicht, die Gelder lieber für Analysen zum Nährwert einzusetzen – zudem hatte Green Pasture schon Analysen vorgelegt, durch welche geringe Peroxidwerte nachgewiesen wurden. Natürlich werden wir weitere Analysen durchführen, aber wir wollen auch sicherstellen, dass wir sinnvolle Analysen in Auftrag geben. Hierfür suchen wir gegenwärtig noch nach einem Labor in den USA.

Hier finden Sie Dr. Grootvelds Meinung zur TBARS Analyse, welche er als „analytischen Müll“ bezeichnete:

“It should be noted that the TBARS test commonly employed for determinations of lipid oxidation product (LOP) aldehydes in foods, and culinary or health-promoting oil products (and accordingly not just MDA), are completely unreliable and serve little or no value for the estimation of these species. Indeed, we are, of course, already aware of the induction of the lipid peroxidation process at standard frying temperatures, and since this test requires the heating of biofluids or tissue sample extracts with TBA for periods of ca. 15 min., this is more than sufficient to induce the peroxidation of PUFAs therein, and hence all results derivable from this heat-dependent test system represent nothing more than artifactual data. Indeed, our H1 NMR experiments have clearly proven the thermally-induced oxidation of PUFAs in commercial oil formulations to CHPDs and aldehydic LOPs at Pasteurisation temperature (72oC), in addition to 95oC, the latter for only a 15 minute period. If, however, this method involves a prolonged equilibration at ambient temperature (or 25oC), and the TBA-MDA (and other) chromophores are then allowed to develop slowly (perhaps for 72 hr. or more), then this test system does have the potential to monitor aldehydic LOPs, but not exclusively MDA since a wide range of aldehydes (including á,â-unsaturated ones) react with TBA to generate the same chromophores, or similar interfering adducts. Moreover, further caution should always be employed since it is known that a series of further biomolecules, especially reducing sugars (if present in food matrices for analysis), also react with TBA to form chromophores which also absorb at 532 nm.”

Aber wieso behaupten noch immer viele Leute, dass fermentierter Lebertran ranzig sei?

Chris Masterjohn, PhD, Assistant Professor of Health and Nutrition Sciences am Brooklyn College, City University of New York, und der häufig in Wise Traditions veröffentlicht, weist darauf hin, dass die Diskussion um Ranzigkeit häufig eine semantische Frage sei.

„Verschiedene chemische Veränderungen führen zum generischen Begriff ‚Ranzigkeit’. Im weitesten Sinne meint Ranzigkeit die geschmackliche und geruchliche Verschlechterung von Fett oder den fettigen Teilen von Lebensmitteln. Eine solche Verschlechterung kann aufgrund von Hydrolyse, Oxidierung, oder mikrobieller Einwirkung eintreten. In der Milchwirtschaft wird der Begriff verwendet, um die hydrolitisch bedingte Verschlechterung zu bezeichnen; in anderen Bereichen bedeutet es die mikrobielle Verschlechterung, und für den Fett-Chemiker bedeutet es die Autoxidation.”
— Ralph Holman, Autoxidation of Fats and Related Substances, 1954

Dr. Masterjohn: „Ein ganzer Abschnitt von Dr. Daniels Bericht handelt über die im Grunde bedeutungslose Semantik des Wortes ‚Fermentierung‘, aber sie weist in keinerlei Hinsicht auf die praktisch sehr wichtigen und sehr unterschiedlichen Bedeutungen des Wortes ‚Ranzigkeit‘ hin.“

„Für einen Lebensmittelwissenschaftler, der ein wohlschmeckendes Produkt möchte, ist FCLO ‚ranzig‘. Für einen Fettchemiker nicht. Auf welchen Sinn kommt es an? Wer sich nicht am Geschmack stört und nur gesund sein möchte, für den ist nur die Definition des Fettchemikers wichtig; nur weil etwas nicht gut schmeckt bedeutet es nicht, dass es Dir schaden wird. Es ist die Autoxidation, die toxische Substanzen produziert, und nur weil etwas fermentiert ist, heißt es nicht, dass es Autoxidationsprodukte enthält.“

Ein weiterer Punkt, auf den Dr. Masterjohn hinweist: „Auch wenn die mehrfach ungesättigten Fettsäuren peroxidiert und fragmentiert wären, wären sie trotzdem nicht im FCLO. Denn die Gesamtmenge von ca. 1 g pro Teelöffel an EPA und DHA in dem Öl erscheint normal für Lebertran. Dass diese vorhanden sind, also nicht zerstört sind, ist ein Beweis gegen eine Lipidperoxidation des Öls.“

Was ist mit freien Fettsäuren? Dr. Daniel behauptet, dass die hohen Werte an freien Fettsäuren im fermentierten Lebertran auf Ranzigkeit hindeuten.

Dr. Daniel vertritt eine Meinung, die von einigen Unternehmen in der Lebertran-Industrie vorgetragen wird. Beim Herstellungsprozess der meisten Unternehmen werden während der Raffinierung sämtliche freien Fettsäuren vom Öl entfernt. Diese Unternehmen behaupten dann, dass die Abwesenheit von freien Fettsäuren ein Zeichen dafür sei, dass das Öl nicht ranzig sei. Aber zwei Fettwissenschaftler (Dr. Fred Kummerow und Dr. Martin Grootveld) haben mir zugesichert, dass freie Fettsäuren kein Zeichen für Ranzigkeit sind.

Die meisten, wenn nicht sämtliche, nicht-verarbeiteten Öle enthalten freie Fettsäuren, welche lediglich Fettmoleküle sind, die nicht an ein Triglyzerid gebunden sind.

Wenn wir unser Essen verdauen, brechen wir die Triglyzerid in freie Fettsäuren auf – sie können also nicht schlecht für uns sein! Weil Fermentierung eine Art Vor-Verdauung ist, würde man hohe Werte an freien Fettsäuren in fermentiertem Lebertran erwarten. Green Pasture ist sehr offen über die hohen Werte der freien Fettsäuren im fermentierten Lebertran. Wenn ein Öl keine oder nur niedrige Werte an freien Fettsäuren hat, ist dies ein Zeichen, dass es verarbeitet wurde.

Was ist mit dem Vorwurf, dass der fermentierte Lebertran gar nicht aus Kabeljau gemacht wird, wie behauptet wird (fermented cod liver oil – cod ist Englisch für Kabeljau) sondern aus Seelachs?

Der Alaska-Seelachs gehört zur Art des Kabeljaus und ist sehr eng verwandt mit dem Alaska-Kabeljau. Viele Hersteller von Lebertran verwenden Alaska-Seelachs. Green Pasture verwendet überwiegend Pazifik-Kabeljau, aber zum Teil eben auch Alaska-Seelachs aus den Gewässern Alaskas, je nach Verfügbarkeit. In der Lebertranindustrie ist es üblich, verschiedene Arten von Kabeljau und andere Fische zu verwenden. Die einzelnen Arten müssen auch nicht auf dem Etikett angegeben werden.

“One member of the genus Gadus [cod family] is also commonly referred to as pollock. This is the Alaska pollock or walleye pollock (Theragrachalcogramma) including the form known as the Norwegian pollock. . . . The Alaska pollock is a significant part of the commercial fishery in the Gulf of Alaska” (C.Michael Hogan. 2011.Gulf of Alaska. Topic ed. P.Saundry. Ed.-in-chief C.J.Cleveland. Encyclopedia of Earth. National council for Science and the Environment).

Der Alaska-Seelachs wurde kürzlich in gaduschalcogrammus umbenannt.

Was ist mit den Behauptungen, dass es so etwas wie ein fermentiertes Öl nicht geben kann, bzw. dass man Leber nicht fermentieren kann?

Das Öl wird nicht fermentiert. Das Öl ist ein Ergebnis der Fermentierung der Leber. Man kann in der Tat Leber fermentieren – Fermentierungsexperten werden das bestätigen. Was fermentiert, ist das Glykogen in der Leber – und Leber enthält sehr viel Glykogen. Das Öl aus diesem Prozess wird fermentierter Lebertran genannt, weil es von der fermentierten Leber stammt. Herkömmlicher Lebertran wird aus nicht-fermentierter Leber gewonnen.

Wieso behauptet Green Pasture, dass fermentierter Lebertran Vitamin D2 enthält? Jeder weiß, dass Lebertran nur Vitamin D3 enthält.

Das ist die Ansicht der Industrie. Überwiegend wird industriellem (raffiniertem) Lebertran Vitamin D3 beigefügt, weil die Raffinierung fast sämtliches natürlich vorkommendes Vitamin D entfernt.

Als David Wetzel, Inhaber von Green Pasture, mit der Herstellung von fermentiertem Lebertran begann, schickte er das Produkt an die NDI Labore in Kanada (http://www.nutrasource.ca) (mit der Guelph Universität assoziiert), um den Vitamin D-Gehalt testen zu lassen. Er war überrascht, als die Ergebnisse zeigten, dass Vitamin D2 enthalten ist, und nur sehr wenig Vitamin D3. Herr Wetzel hat uns das Ergebnis sofort mitgeteilt. Er schickte den Tran dann an die Universität von Wisconsin, um feststellen zu lassen, ob der Tran Vitamin D-Aktivität aufweist – die Antwort war ja. All diese Informationen hat Herr Wetzel auf seiner Webseite veröffentlicht: http://www.greenpasture.org/utility/showArticle/?ObjectID=8819&find=vitamin%20d%20in%20cod%20liver%20oil&happ=siteAdministrator. Die verwendete Rattenanalyse wird als Goldstandard der Vitamin-D-Analysen angesehen. Die Universität von Wisconsin empfahl UBE Labore in Fullerton, Kalifornien, für weitere Analysen. UBE entdeckte ebenfalls überwiegend Vitamin D2 bei ihren Analysen.

Damals (und wir bei WAPF glaubten das auch) ging man davon aus, dass Vitamin D2 ineffektiv und unter Umständen toxisch sei. Natürlich haben uns diese Erkenntnisse dazu veranlasst, unsere Überzeugungen zu überdenken – schließlich heilt Lebertran Rachitis. Das sind Dinge, die wir weiter untersuchen möchten. Das Ergebnis werden wir mit unseren Mitgliedern in unserer Zeitschrift Wise Traditions teilen. Es gibt Hunderte von Vitamin D-Metaboliten, sodass die wahrscheinlichste Erklärung die sein könnte, dass natürliche D2-Metaboliten einfach eine andere Wirkung als synthetisches D2 haben. Wir ermutigen Hersteller wie Herrn Wetzel, erlangtes Wissen zu teilen, damit wir unser gemeinsames Wissen über Ernährung weiter vorantreiben können.

Im Übrigen ist Dr. Masterjohn der Ansicht, dass die Formen von Vitamin D im Lebertran nicht D2 sind, sondern andere Metabolite. Wir hoffen, diese Frage durch weitere Forschungen beantworten zu können.

Wieso erhöht fermentierter Lebertran nicht die Vitamin D Werte im Blut?

Manche behaupten das in der Tat. Die Ärztin Roseann Volmart, DO, berichtet jedoch, dass sie mit niedrigen Dosen fermentierten Lebertrans die Vitamin D-Blutwerte vieler ihrer Patienten wirksam verbessern konnte. Natürlich hat das Produkt nicht die gleiche Wirkung für alle Menschen. Wieso das so ist, ist ebenfalls eine interessante Frage und eine, der wir nachgehen möchten. Man muss bedenken, dass sämtliche Vitamine Co-Faktoren benötigen, um dem Körper zur Verfügung zu stehen. Eine Erklärung für die unterschiedliche Wirkung könnte sein, dass bei den Personen, bei denen die Vitamin D-Blutwerte durch die Einnahme nicht verbessert werden, bestimmte Co-Faktoren fehlen. Zudem vermutet man, dass Blutwerte zwischen 30-40 liegen sollten; höhere Werte könnten nicht gesund sein.

Dr. Daniel berichtet, dass sämtliche Vitaminwerte in Lebertran gering seien.

Das Erste, worüber man sich im Klaren sein sollte ist, dass das Testen auf Vitaminwerte keine exakte Wissenschaft ist, insbesondere, wenn die Vitamine natürlicher Herkunft sind. Trotz gleicher Analysen bekommen unterschiedliche Labore unterschiedliche Ergebnisse, und sogar zwei unterschiedliche Angestellte im selben Labor können unterschiedliche Ergebnisse erhalten. Die Analysen für fettlösliche Vitamine sind noch komplizierter, weil diese Vitamine überwiegend an Eiweiße oder in anderen Verbindungen gekoppelt vorliegen. „Befreit“ das Labor die Vitamine nicht vorher, werden die Ergebnisse niedrig ausfallen. UBE Labore gibt an, dass sie vor ihren Analysen das Vitamin D sehr effektiv befreien, weswegen sie hohe Werte erhalten. Leider teilen sie uns ihre Analyseresultate nicht mit. Daher konnten wir als WAPF noch keine ihrer Ergebnisse in unserer Zeitschrift veröffentlichen. Wir haben nun vor, Forschungsgelder für Chris Masterjohn zur Verfügung zu stellen. Damit kann er in seinem Labor am Brooklyn College die Analysen selber durchführen, um dieser Frage genauer nachzugehen.

Die Frage, wieviel Vitamin D in unseren Lebensmitteln enthalten ist, ist sehr wichtig. Es besteht die allgemeine Meinung, dass man über die normale Ernährung kein Vitamin D erhält. Ich glaube, dass das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) absichtlich niedrige Werte angibt, damit Menschen den gesundheitlichen Wert von Lebensmitteln wie Butter, Eigelb und Schmalz nicht erkennen.

Beispielsweise behauptet das USDA, dass 100 g Schmalz nur 100 IE Vitamin D enthalten. Mary Enig, PhD, dagegen hatte vor Jahren Kontakt mit einer Person aus dem Ministerium, der 2800 IE Vitamin D in Schmalz festgestellt hatte.

Einige Proben Eigelb, Schmalz und Butter habe ich auf eigene Kosten (ohne Unterstützung von WAPF) an UBE Labore geschickt und war erstaunt über die Ergebnisse:

IE Vitamin D je 100gGegenwärtige USDA AngabenAlte USDA AngabenUBE Labore - herkömmliche HaltungUBE Labore - Weidehaltung
Eigelb129148924070000
Schmalz1002800604075000
Butter645618806560

WAPF hat diese Ergebnisse nicht veröffentlicht, weil wir die Methoden der UBE Labore nicht kennen. Wir hoffen aber, die Ergebnisse von Dr. Masterjohns Untersuchungen veröffentlichen zu können.

Für andere fettlöslichen Vitamine wie A und K ist es ähnlich. Wir werden keine Produkte an Labore schicken, die die Vitamine vor der Analyse nicht befreien.

Was ist mit all den Laborergebnissen in Dr. Daniels Bericht?

Um eine rechtliche Wirkung zu entfalten, um eine nährstoffbezogene Behauptung zu untermalen, oder um schlicht ausreichend glaubhaft zu sein, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein, damit WAPF die Ergebnisse veröffentlichen kann. Ein Analysebericht muss Namen und Adresse des Labors enthalten, Namen und Kontaktinformationen der Personen, die die Analyse in Auftrag gegeben hat, das Datum, Namen des Produktes, die Art der Analyse, sowie die Namen der für die Analyse zuständigen Personen. Keiner dieser Punkte war aus den Ergebnissen, auf die sich Dr. Daniel in ihrem Bericht stütze, ersichtlich. Daher haben wir keine Möglichkeit zu beurteilen, wie zuverlässig oder relevant die Berichte sind.

Sollte jeder den fermentierten Lebertran von Green Pasture einnehmen?

Natürlich nicht! Es gibt kein Produkt, das für jeden gleichermaßen geeignet ist. Es gibt alternative Lebertranprodukte, die die WAPF empfiehlt, falls jemand den fermentierten Lebertran nicht mag: http://www.westonaprice.org/health-topics/cod-liver-oil-basics-and-recommendations/.

Sollte jeder Lebertran nehmen?

Auch hier ist die Antwort nein. Manche Menschen reagieren sehr empfindlich auf die mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Lebertran; andere sind allergisch auf Fischprodukte oder reagieren sehr empfindlich auf Jod oder fermentierte Lebensmittel im allgemeinen. Diese Menschen müssen ihre fettlöslichen Vitamine aus anderen Lebensmitteln gewinnen.

Ist es in Ordnung, Lebertran zu nehmen, wenn man sich „normal westlich“ ernährt?

Nicht in großen Mengen. Die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren im Lebertran müssen mit gesättigten Fetten und insbesondere mit der Omega-6 Arachidonsäure, welche in tierischen Fetten enthalten ist, ausbalanciert werden. In der Ernährung benötigt man bioverfügbares Kalzium und reichlich Magnesium. Insbesondere muss das A und D im Lebertran durch Vitamin K2, welches in reifem Käse, Enten- und Gänsefett, Butter, Butteröl und anderen tierischen Fetten enthalten ist, ausbalanciert werden.

Dr. Masterjohn schreibt: „Wenn Probleme einer Person zum Beispiel auf oxidativem Stress beruhen, könnte Lebertran eine oxidative Belastung darstellen und schädlich sein. Wenn das Problem ein Mangel an einem der kooperativen Nährstoffe ist, könnte Lebertran ein Ungleichgewicht schaffen. Aber viele Menschen werden das Problem haben, dass sie mehr A und D benötigen, und diese Menschen könnten von Lebertran profitieren. Das könnte erklären, wieso klinische Studien in der Regel positive Ergebnisse mit Lebertran zeigten, obwohl die eigentliche (Grund-)Ernährung suboptimal war.“

Was ist mit der Behauptung, dass die Einnahme von fermentiertem Lebertran bei einer Person zu einem Herzversagen geführt hat?

In diesem Fall hatte jemand von 1979-2006 täglich 1-2 Eßlöffel eines anderen Lebertrans zu sich genommen und von 2006-2012 1-3 Eßlöffel vom fermentierten Lebertran. Das ist 3-9 Mal so viel wie die empfohlene Einnahmemenge und das über Jahre. Sollte dies tatsächlich zu seinem Herzversagen geführt haben, dann könnte auch eine Überdosierung von Lebertran im Allgemeinen, und nicht des fermentierten Lebertrans im Besonderen, zum Herzversagen geführt haben.

Empfiehlt die WAPF nicht hohe Dosierungen von Lebertran?

Die WAPF empfiehlt: 1 Teelöffel täglich zur Vorsorge; 2 Teelöffel täglich für Schwangere und Stillende; und höhere Dosierungen über kurze Zeit bei Stress: http://www.westonaprice.org/health-topics/cod-liver-oil-basics-and-recommendations/. Wir haben auch über eine Studie aus Südafrika berichtet, in der Frauen mit Endometriose eine 92 prozentige Heilungsrate bei hohen Dosierungen von Vitamin A (bis 90.000 IE täglich) hatten. (D M Lithgow and W M Politzer, “Vitamin A in the Treatment of Menorrhagia,” South African Medical Journal, February 12, 1997, Pages 191-193). WAPF Ratsmitglied Kim Schuette, CN, hat großen Erfolg bei der Behandlung von Endometriose mit 1 Eßlöffel 2-3 Mal täglich für 30-60 Tage. Nach 60 Tagen wird wieder reduziert auf täglich ½ bis 1 Teelöffel.

Persönlich nehme ich täglich 1 Teelöffel – und wenn ich viel Stress oder gerade Heuschnupfen habe, nehme ich am Nachmittag einen weiteren Teelöffel (FCLO ist für mich persönlich das beste Mittel gegen Allergien). Ich habe niemals Lebertran in Eßlöffel-Mengen zu mir genommen. Ich gebe jedoch den Rat, dass höhere Dosierungen für kurze Zeit bei Stress helfen können.

Was ist mit Dr. Daniels Behauptung, dass der sog. „X-Factor“ nicht Vitamin K2 ist?

Dr. Masterjohn hat vor einiger Zeit einen Artikel dazu verfasst. Leser können sich hierzu ihre eigene Meinung bilden: http://www.westonaprice.org/health-topics/abcs-of-nutrition/on-the-trail-of-the-elusive-x-factor-a-sixty-two-year-old-mystery-finally-solved/.

Green Pasture hat eine Monopolstellung inne und das ist nicht gut.

Green Pasture ist erfolgreichreich, weil sie ein gutes Produkt anbieten. Es gibt aber ausreichend Kunden für andere Marken. Die Rolle von WAPF ist es, zu erklären, wieso man Lebertran zu sich nehmen sollte und auf Produkte aufmerksam zu machen, die natürlich und rein sind.

Wir werden viele weitere Unternehmen benötigen, die einen natürlichen und/oder fermentierten Lebertran herstellen, um die zukünftige Nachfrage zu befriedigen. Vermutlich wird Green Pasture ihre proprietäre Herstellungstechniken nicht teilen, aber es wäre einfach, den Herstellungsprozess herauszufinden. Eine gute Möglichkeit wäre die Herstellung aus dem Süßwasserkabeljau der Großen Seen in den USA und Kanada.

Dr. Daniel wirft Green Pasture vor, die Fischleber aus Alaska und das Butteröl aus Argentinien zu beziehen, ohne dies anzugeben.

Green Pasture hat den Ursprung der Produkte nicht beworben, aber auch nicht versteckt. Es ist ein wirtschaftlich ausgerichtetes Unternehmen, das seine Quellen womöglich nicht gefährden möchte. Das Unternehmen hat von Anfang an aber angegeben, seine Leber aus den Gewässern Alaskas zu beziehen. Als das Unternehmen nicht genug Butteröl aus den USA beziehen konnte, hat es in Argentinien eine Quelle für Milch ausschließlich aus Weidehaltung aufgetan. In Argentinien gibt es ausreichend gute Weidemöglichkeiten.

Wer hat für all die Laboranalysen gezahlt, auf die sich Dr. Daniel in ihrem Bericht beruft?

In ihrem Bericht nennt sie „Dr. Ron Schmid … und viele andere treue Mitglieder der Weston A. Price Foundation, die meine Laboranalysen finanziell unterstützt haben“. Ich möchte anmerken, dass die Sprache in ihrem Bericht oft die Ansichten der herkömmlichen (raffinierten) Lebertranindustrie wiederspiegelt.

Wieso würden Unternehmen, die raffinierten Lebertran herstellen, fermentierten Lebertran angreifen wollen?

David Wetzel berichtete, dass, als er vor Jahren nach Norwegen gereist war, er eine erschreckende Entdeckung gemacht hatte. Er musste feststellen, dass die molekulare Destillierung, die praktisch von allen modern hergestellten Lebertranen durchlaufen wird, dem Tran so gut wie alle Vitamine entzieht. Daher werden diesen Lebertranen wieder synthetische Vitamine zugesetzt. Dieses Wissen, welches der Lebertranindustrie sicherlich nicht geholfen hat, machte er öffentlich bekannt. Er entwickelte daraufhin einen traditionell fermentierten Lebertran. Diese traditionelle Herstellungsweise verläuft ohne Hitzeeinwirkung und der Tran behält alle seine natürlichen Vitamine, weswegen die WAPF diesen Tran empfiehlt.

Raffinierten Lebertran mit fermentierten oder unraffinierten Lebertran zu vergleichen ist wie der Vergleich von pasteurisierter Milch mit Rohmilch. Diesen Vergleich zieht vielleicht die Lebertranindustrie heran. Um fair zu sein, die Unternehmen – mit Blick auf ihre Ausbildung – mögen tatsächlich der Ansicht sein, dass, weil ein Öl braun ist, es verwest oder ranzig sein muss. Menschen, die vor 20-30 Jahren ihre Ausbildung genossen haben, wissen nichts über Fermentierung.

Wieso behaupten Sie, dass Weston Price fermentierten Lebertran verwendet hat?

Wir haben diese Behauptung nicht aufgestellt. Dr. Price hat vermutlich Lebertran verwendet, der durch Dampfextrahierung herstellt wurde. Damals war das die vorherrschende Methode. Er beschrieb den Lebertran, den er verwendete, als „hoch vitaminhaltig“ und er bestimmte vermutlich die Vitaminwerte in seinem eigenen Labor nach den damaligen Methoden. Alle Analysen, die wir gesehen haben, deuten darauf hin, dass fermentierter Lebertran höher in Vitaminen ist als der Tran von anderen Firmen, sodass es uns angemessen erscheint, ihn zu empfehlen.

Wie testen Sie Produkte, um diese empfehlen zu können?

Wir haben nie Produkte getestet, damit wir sie empfehlen können. Wir sehen uns nur die Zutatenliste an um zu sehen, ob diese unseren Richtlinien entsprechen. Wegen dieser Kontroverse werde ich dem Rat jedoch empfehlen, für das wichtige Produkt Lebertran ein Protokoll zu entwickeln, damit wir alle Marken auf Ranzigkeit und Vitaminwerte analysieren können, bevor wir eine Empfehlung aussprechen.

Stehen Sie noch hinter den anderen Veröffentlichungen, die Dr. Daniel für die WAPF verfasst hat? Was ist mit The Whole Soy Story und Nourishing Broth?

Dr. Daniel hat für diese Bücher und ihre Artikel hervorragende Arbeit geleistet – ausführlicherere als für den Lebertran-Bericht.

Was sind Ihre größten Bedenken bei Dr. Daniels Bericht?

Meine größte Bedenken sind, dass der Bericht klar darauf ausgerichtet ist, Green Pasture aus dem Geschäft zu jagen und dieses wunderbare Produkt den Tausenden von Menschen vorzuenthalten, die davon profitieren – darunter ich selbst und Mitglieder meiner Familie. Das wäre eine furchtbare Sache.

Diesen Bericht auf Englisch finden Sie hier:
http://www.westonaprice.org/uncategorized/questions-and-answers-about-fermented-cod-liver-oil-fclo/

Mit freundlicher Genehmigung der WAPF (frei) übersetzt.

Eure Waldmännchen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blue Captcha Image
Refresh

*